Schon vor diesem Ereigniss hatte in Kilchzimmer eine bemerkenswerte Veränderung stattgefunden. Das Mode-Schlagwort in ganz Europa war zu dieser Zeit "zurück zur Natur" und als Resultat schwärmten Touristen jeder Art in das Tal von Langenbruck, um nach unberührter Schönheit Ausschau zu halten.
Der einst so einsam und stille Bauernhof Kilchzimmer wurde zu einem belebten Gasthof am Wege. Eine energische alte Jungfer mit dem Namen Renggli war als Wirtin nicht nur für ihre gute Küche bekannt, sondern auch für ihr strenges Unterbinden jeglicher Betrunkenheit.
Während des 19. Jhd. hatte Kilchzimmer verschiedene Besitzer. Einmal versuchte Karl Stückelberger, Pfarrer von Langenbruck, genügend Geld aufzubringen, um das Anwesen bei einer Versteigerung zu erwerben. Er hatte den Plan, ein christliches Erholungsheim daraus zu machen. Zwar scheiterte der Versuch; die Gebäude wurden von einem Makler gekauft., schließlich aber ging Kilchzimmer in den Besitz von einem Herrn Sarasin über, der es dem Diakonissenhaus in Riehen anbot. Sein Anerbieten wurde mit Begeisterung aufgenommen. Mit Hilfe von Spenden anderer Freunde wurde das Haus instandgesetzt.
Am 26. April 1896 zogen die ersten Diakonissen ein, um den ehemaligen Gasthof in ein gemütliches Heim für erholungsbedürftige Schwestern und zahlende Gäste umzuwandeln. Ihre Leiterin war Schwester Wilhelmine, die sich als großartige Hausmutter erwies. Nach fünf Jahren konnte das Haus 50 Betten aufweisen. Zu dieser Zeit hörte das Spötteln von Nachbarn und Passanten auf.
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